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Aktuelle und jüngere Veranstaltungen:

 

Call for Papers, dgv-Arbeitskulturen 2018, Zürich:

Vernetzt, entgrenzt, prekär?

Arbeit im Wandel und in gesellschaftlicher Diskussion – kulturwissenschaftliche Perspektiven

18. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen, 13. bis 14. September 2018

– CfP als pdf zum Download –

 

Die dgv-Kommission Arbeitskulturen hat wertvolle Perspektiven zu unterschiedlichen Bereichen der Arbeitswelt beigesteuert, etwa zu den Themen kognitiver Kapitalismus, Informatisierung, Subjektivierung, Prekarisierung, Entgrenzung oder Ästhetisierung von Arbeit. 20 Jahre nach ihrer Neuformierung will die kommende Tagung gezielt unterschiedlichste Themenfelder aus dem Kontext ethnografisch informierter Arbeitsforschung sammeln und wendet sich damit explizit auch an NachwuchswissenschaftlerInnen im Fach, sich mit ihren Forschungen
einzubringen.

„Arbeit“ wird in der Gegenwart breit diskutiert, insbesondere mit Blick auf sich verändernde Modalitäten der Arbeit vor dem Hintergrund von Digitalisierungs- und Flexibilisierungsprozessen. AkteurInnen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern mit divergierenden Interessen verhandeln die sozialen bzw. sozioökonomischen Implikationen und technischen Seiten des Wandels: Debatten über Mindestlohn, 5-Stunden-Tag, bedingungsloses Grundeinkommen, Rente mit 70, Robotisierung oder Industrie 4.0 verweisen auf komplexe Verhandlungsfelder. Die europäisch-ethnologische Forschung kann zur gesellschaftlichen und historischen Verortung dieser Themen wertvolle empirische Perspektiven beisteuern.

Die kommende Arbeitstagung der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde will die gegenwärtigen kulturwissenschaftlich-ethnografischen Forschungs- und Vermittlungsarbeiten zum Themenfeld Arbeit zusammentragen. Die Tagung fragt dezidiert nach der Perspektive von AlltagsakteurInnen auf die Veränderungen von Arbeit und nach den gesellschaftlichen Verhandlungen zu gegenwärtigen Prozessen der Digitalisierung und Vernetzung, Entgrenzung, Migration oder Prekarisierung.

ForscherInnen aller Qualifikationsstufen aus den kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, ggf. auch mit anwendungsorientiertem Hintergrund, die AkteurInnen, Praxen und Entscheidungen ins Zentrum ihrer Forschungen zum Wandel der Arbeit stellen, sind herzlich eingeladen, empirische Beiträge einzureichen, die sich mit einem der folgenden – oder weiteren einschlägigen – Themen beschäftigen:

Alltagsperspektiven – soziale Implikationen entgrenzter Arbeit
Welche gegenwärtigen Veränderungen von Arbeitsprozessen und damit zusammenhängende soziale und institutionelle Implikationen lassen sich beobachten? Wie deuten und gestalten AkteurInnen Subjektivierungs-, Flexibilisierungs-, Prekarisierungsprozesse? Welchen Einfluss haben dabei Prozesse der Digitalisierung und Liberalisierung, beispielsweise auf Landwirtschaft, gewerbliche Arbeit, Leiharbeit oder Handwerk? Wie lassen sich Diskussionen über Digitalisierung und Industrie 4.0 untersuchen? Welche methodischen Herausforderungen an eine empirische Kulturwissenschaft sind damit verbunden?

Verlagerungen von Arbeit, Arbeitsmigration und soziale Bewegungen
Welche Rollen spielen im Kontext solcher Transformationen Prozesse von Offshoring, Nearshoring, Onshoring und Outsourcing, „erwünschte“ und „unerwünschte“ Arbeitsmigration in Europa, die (Nicht-)Formierung sozialer (Protest-)Bewegungen und die Diskussion von Alternativmodellen? Wie kann eine empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektivierung von Prozessen des Wegfallens und der Verlagerung von Arbeit im Rahmen von Informatisierung und Digitalisierung aussehen?

Leitbilder, Unternehmenskulturen, Zukunftsszenarien
Welche Berufsbilder werden verschwinden, welche entstehen? In welchen gesellschaftlichen Paradigmen, Leitbildern und Unternehmenskulturen (Arbeitskraftunternehmer, Projektmanager & Co.) spiegeln sich diese Prozesse? Welche ethnografisch zu greifenden euphorischen und skeptischen Zukunftsentwürfe gibt es für die Arbeit, ihre Regulierung und Besteuerung? Wie wird der sozialstaatliche Umgang mit solchen Transformationsprozessen visioniert, durch die eine Vielzahl von Arbeitsplätzen wegfällt (Stichwort Grundeinkommen)? Mit welchen normativen Diskussionen über Motivationen, Gerechtigkeit oder Gleichheit sind diese Entwicklungen verbunden? Wie lassen sie sich empirisch fassen, wie kulturanthropologisch deuten?

Musealisierung von Arbeit: Transdisziplinäre Perspektiven
Welche Beispiele für aktuelle Ausstellungen und Vermittlungsaktivitäten gibt es zum Thema? Welche Schwerpunkte haben sie? Welche Kooperationsformen und -partnerschaften zeigen sich? Welche Disziplinen und Praxisfelder haben ein Interesse daran, gegenwärtigen Wandel in der Arbeitswelt zu untersuchen? Inwiefern kann die Empirische Kulturwissenschaft/Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Volkskunde eine vermittelnde, kritische, doch auch kreative Rolle spielen?

Desiderata und „blinde Flecken“
Wo liegen die Grenzen europäisch-ethnologischer Forschungsperspektiven und Herangehensweisen? Gibt es bestimmte disziplinäre „blinde Flecken“, die dazu führen, dass bestimmte Fragen ausgeschlossen werden? Welche theoretischen und methodischen Zugänge lassen sich entwickeln, um diese Leerstellen zu erschließen?

Deadline 31.01.2018
Wir bitten um Einreichung von unveröffentlichten Beiträgen, die auf empirischer Forschung basieren; eine Publikation der Beiträge ist geplant. Bitte reichen Sie einen Themenvorschlag mit einem kurzen CV (insgesamt maximal eine Seite) bis zum 31. Januar 2018 bei den OrganisatorInnen ein.

Organisation
Dr. Stefan Groth (Universität Zürich, stefan.groth@uzh.ch)
Dr. Sarah May (Universität Freiburg, sarah.may@mail.kaee.uni-freiburg.de)
Dr. Johannes Müske (Deutsches Museum München, johannes.mueske@uzh.ch)

Veranstalter
Universität Zürich, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft – Populäre Kulturen und Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (www.dgvarbeitskulturen.de). In Kooperation mit Collegium Helveticum, Zürich; museum schaffen, Winterthur; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kontakt
Stefan Groth, ISEK – Populäre Kulturen, Universität Zürich
Tel. +41 44 634 92 96
E-Mail: stefan.groth@uzh.ch
www.isek.uzh.ch

 

17. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen:

Ästhetisierung der Arbeit: Kulturanalysen des kognitiven Kapitalismus

Bonn, 24.-26. September 2015

Eine Tagung der Abteilung Kulturanthropologie_Volkskunde am Institut für Archäologie und Kulturanthropologie
in Kooperation mit der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv)

Mit freundlicher Unterstützung von: Landschaftsverband Rheinland (LVR), RVV – Rheinische Vereinigung für Volkskunde

Organisation: JProf. Dr. Ove Sutter

Tagungsort: Universitätsforum, Heussallee 18-24, 53113 Bonn

»Arbeit«, ob in Form von Lohnarbeit, selbständiger Arbeit oder unbezahlter Care-Arbeit, ist nach wie vor ein zentraler Vergesellschaftungsmodus, wenngleich dieser sich seit einigen Jahrzehnten offensichtlich wandelt.

Aktuellen Gesellschaftsanalysen zufolge befinden wir uns im Stadium eines »kognitiven« oder auch »ästhetischen« Kapitalismus. Vor allem in den westlichen Industriegesellschaften findet eine Transformation hin zu einer auf permanente Innovation ausgerichteten ästhetischen Ökonomie statt, welche die Ausbreitung eines »Kreativitätsdispositivs« oder auch eines »Ethos der Kreativität« befördert. »Kreativ zu sein« wird von immer mehr Menschen als Wunsch, aber auch als Anforderung erfahren. Gleichzeitig richten sich unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche entlang der Produktion und Konsumtion sinnlich intensiver Erfahrungen aus.

Wie deuten und verarbeiten die Menschen die Anrufungen von Kreativität, wie die neuen Formen der Entfremdung und Vernutzung? Wie wirken sich die skizzierten Dynamiken auf Arbeitsinhalte, Arbeitshandeln und Arbeitsorganisation aus? Wie artikulieren sich Prozesse der Ästhetisierung von Arbeit in Narrativen und Bildern? Wie materialisieren sie sich in verkörperten Performanzen, Arbeitsmitteln oder auch räumlichen Architekturen?

In mehr als 20 Vorträgen von Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Großbritannien werden wir diese Fragen in theoretischer Perspektive und entlang historischer sowie ethnographischer Forschungen diskutieren.

Tagungsdokumentation: Das Programm und den CfP zum Download finden Sie hier.

Interdisziplinärer Workshop:

Prekärer Ruhestand. Arbeit und Lebensführung von Frauen im Alter

10.&11.10.2013 in der Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum D 209

Programm als PDF-Download hier

Altersarmut ist ein derzeit viel diskutiertes Thema, das in Verbindung mit den zunehmend flexibilisierten, prekarisierten Arbeitsformen bereits jetzt und vor allem auch für die nähere Zukunft eine besondere Brisanz erhält. Insbesondere Frauen sind hier gefährdet: Ihre Erwerbsbiografien – ohnehin oft brüchig durch Zeiten reduzierter oder fehlender Erwerbsarbeit während der Kindererziehung und der Pflegearbeit für die Familie – sind vielfach geprägt von Teilzeitarbeit, gering qualifizierten oder sozial unabgesicherten Arbeitsformen. Diese prekären Erwerbsarbeitsformen, die ihnen als „Zuverdienerinnen“ möglicherweise in bestimmten Lebensphasen zupass kamen, tragen kaum zu Rentenzahlungen und der überdies notwendigen Bildung von finanziellen Rücklagen bei. Gleichzeitig sind viele Frauen angesichts hoher Scheidungsraten und zunehmender Single-Haushalte im Alter auf sich gestellt. Diese Situation wird bis in die mittleren sozialen Schichten hinein zunehmend zu einem Problem, das zu unterschiedlichen Bewältigungsstrategien zwingt. Eine davon ist Zusatzarbeit neben der Rente, häufig bei ehemaligen Arbeitgebern, aber auch als Tagesmütter und Flaschensammlerinnen. Zugleich gibt es viele Rentnerinnen, die sich auch ohne finanziellen Zwang in Erwerbsarbeit und Ehrenämtern engagieren, um beispielsweise einer Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken.
Der Workshop bringt Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaftler/innen mit Praktiker/innen und Politiker/innen zusammen, um Gründe und Ausmaß von Armut und Arbeit im Ruhestand zu eruieren. Im einzelnen werden die sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen weiblicher Altersarmut betrachtet sowie mit Hilfe von Fallberichten untersucht, welche Formen des Tätigseins Rentnerinnen entwickeln, um den Begleiterscheinungen von Prekarität im Alter entgegenzuwirken. Dabei wird der Blick ebenso auf die Handlungsermächtigung der Frauen wie auf die sie unterstützenden Möglichkeiten von Politik und Institutionen gelenkt.

 

PROGRAMM

Donnerstag, 10. Oktober 2013

12:00 Uhr Eröffnung des Tagungsbüros

13:00 Uhr

Grußworte
LMU-Frauenbeauftragte Dr. Margit Weber
Joachim Unterländer MdL (München)

Einführung
Prof. Dr. Irene Götz (LMU)/ Dr. des. Katrin Lehnert (LMU):
Prekäre Frauen im Alter. Altersarbeit und Altersarmut im Fokus kultur- und sozialwissenschaftlicher Forschung

Sektion 1: Altersarmut von Frauen: „Spätfolgen“ eines gegenderten Arbeitsmarktes?

13:30 Uhr
Dipl.-Soz. Brigitte L. Loose (Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin): Einkommensperspektiven familiengeprägter Erwerbsbiografien im Alter

14:00 Uhr
Dr. Anika Rasner (DIW Berlin):
Bestimmungsfaktoren geschlechtsspezifischer Unterschiede im Ruhestand von aktuellen und zukünftigen Rentnergenerationen

14:30 – 15:00 Uhr Kaffeepause

Sektion 2: Altersarbeit von Frauen: Befunde aus Forschung und Praxis

15:00 Uhr
Dr. Gisela Notz, (Sozialwissenschaftlerin, Berlin): Ältere Frauen zwischen (Un)ruhestand und neuen Aufgaben

15:30 Uhr
Dipl.-Soz. Anna Hokema (Universität Bremen): Erwerbstätigkeit von Frauen im Rentenalter: Gründe, Bedeutungen und Arbeitsformen

16:00 Uhr
Dr. Winfried Leisgang (Caritas Freiwilligennetz München): Freiwilligen-Arbeit bei der Caritas und intersubjektive Sichtweisen auf Armut in München

16:30 – 17:00 Uhr Kaffeepause

Sektion 3: Alltag und Realität der Altersarbeit –Fallbeispiele und Werkstattberichte

17:00 Uhr
Dr. Esther Gajek (Universität Regensburg): Gut versteckt. Zeichen der Verarmung im Mittelstand

17:25 Uhr
Maren Glander M.A.(Universität Kiel): Granny Aupair. Mobilität als Strategie im Umgang mit Alter?

17:50 Uhr
Alexandra Rau M.A. (LMU): Prekärer Unruhestand – Flaschensammeln als Strategie zur Bekämpfung von Altersarmut

18:15 Uhr
Dr. Margit Weber (Universität München) / Dr. Franz Kalde (Universität Salzburg): Vollzeitjob für Gotteslohn? Altersvorsorge und -versorgung katholischer Pfarrhaushälterinnen im 20. Jahrhundert

19:00 Uhr Gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 11. Oktober 2013

9:30 Uhr
Dipl.-Soz.Ök. Hannelore Buls (Deutscher Frauenrat, Berlin): Diskurs und Realität weiblicher Altersarmut und die derzeit diskutierten Politiken

10:00 Uhr Kaffeepause

10:15 Uhr PODIUM: Frauen im Alter – Politische und praktische Herausforderungen sowie Formen der Selbstorganisierung

Moderation: Dr. Margit Weber
Dipl.-Soz.Ök. Hannelore Buls (Deutscher Frauenrat, Berlin)
Dipl.-Betriebsw. Monika A. Gimpel (Lichtblick Seniorenhilfe e.V., München)
Dipl.-Soz. Heike Skok (Urbanes Wohnen e.V., München)
Dipl.-Soz.Päd. Andrea Bayer (Seniorenfachberatung Augsburg-Oberhausen, Caritas)
Joachim Unterländer, MdL (München)

11:45 Uhr Kaffeepause

12:15 Uhr Abschlussvortrag

Prof. Dr. Stephan Lessenich (Universität Jena):
Abschied vom „Ruhestand“. Zur politischen Delegitimierung einer gesellschaftlichen Lebensform

13:00 Uhr Schlussdiskussion

13:30 Uhr Ende des Workshops

 

Veranstalter:
Institut für Volkskunde / Europäische Ethnologie (LMU)
Prof. Dr. Irene Götz (i.goetz[at]vkde.fak12.uni-muenchen.de), Dr. des. Katrin Lehnert (k_lehnert[at]yahoo.de)
in Kooperation mit der Frauenbeauftragten der LMU Dr. Margit Weber

Veranstaltungsort:
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
Raum D 209

Anmeldungen bis zum 20. September bitte an: a.rau[at]vkde.fak12.uni-muenchen.de

Programm und weitere Informationen unter:
http://www.volkskunde.uni-muenchen.de/veranstaltungen/tagungen/prekaerer-ruhestand/index.html

16. Arbeitstagung der dgv-Kommission:

Die mentale Seite der Ökonomie: Care-Management, Gefühl, Empathie

21.–23. März 2013, ISGV Dresden (Tagungsort: TU Dresden)

Konzeption und Organisation: Manfred Seifert & Hendrik Keller

Nicht nur in den entwickelten Industriegesellschaften befinden sich die aktuellen Lebensverhältnisse unter einem Veränderungsdruck, der maßgeblich von einem neuen Arbeitsmarktregime ausgeht. Die Arbeitsverhältnisse werden zunehmend flexibler, die Entgrenzung von Arbeits-und Lebenswelt schreitet voran und die Erwerbsbiografien verlieren ihre ehedem klaren, konzisen Strukturen. In diesem Zuge sehen sich die Subjekte aktivierenden Herausforderungen arbeitsmarktkonformer Haltungen ebenso gegenüber wie psychosomatischen Belastungen. Das solchermaßen arrangierte postfordistische Arbeitsparadigma beeinflusst die Umfeldbedingungen von Arbeit wie auch von Nicht-Arbeit, indem es die gesamte Persönlichkeit einbezieht. Gegenwärtig sehen sich die Individuen diesseits und jenseits von Arbeit in Beziehung gesetzt zu widersprüchlichen Technologien zwischen entfesselter Rationalisierung und Verausgabung, zwischen einer Verbetriebswirtschaftlichung der alltäglichen Lebensführung (Voss/Pongratz) einerseits und der Emotionalisierung des ökonomischen Bereichs (Illouz) andererseits. Neben die Faktoren Wissen, Moral, Leistungsfähigkeit und Kreativität tritt der breite psychische Bereich von Empathie und Gefühlen. Im Zuge ihrer Eingemeindung in die fortbestehenden Disziplinierungs- und Machtstrukturen des Arbeitslebens wie darüber hinaus geben sich diese neuen Kapitalarten (Bourdieu) nicht nur als schmückendes Beiwerk zu erkennen, sondern als eine unmittelbar ökonomische Kategorie. Die Dimension Emotonalität und ihr Stellenwert im Arbeitsleben sollen auf der Tagung eingehender untersucht werden.

Tagungsdokumentation: Informationen (ISGV-Webseiten), Download Programm undCall for Papers.

Einen Tagungsbericht von Christoph Bareither und Rebekka Bürkle finden Sie hier zum Download.

Aktuelle Veranstaltung:

Symposium des Forschungsinstituts für Arbeit, Technik und Kultur (F.A.T.K.)

DIE EURO-KRISE UND DAS DEUTSCHE MODELL DER INDUSTRIELLEN BEZIEHUNGEN

Datum: Fr., 30. November und Sbd., 1. Dezember 2012

Tagungsort: Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Tübingen, Haspelturm im Schloss (Burgsteige 11, 72070 Tübingen)

Eine detaillierte Einladung wird noch erfolgen. Eine Anmeldung ist jedoch bereits möglich (vgl. Anmeldebogen).

Programm und Anmeldebogen finden Sie als Download hier.

 

Programm

 

Die gegenwärtige europäische Krise bietet ein widersprüchliches Bild. Trotz der starken Zunahme der Staatsverschuldung ist die Wirtschaftslage in Deutschland wie auch in mehreren anderen mittel- und nordeuropäischen Ländern ausgesprochen gut. Ganz anders ist die Lage in den südlichen und westlichen Ländern der Europäischen Union, etwa in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien. Aber auch in Irland und Großbritannien leidet die Bevölkerung unter massiven Kürzungen der Staatsausgaben, Rekordarbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit.
Viel spricht für die inzwischen von zahlreichen Ökonomen vertretene Ansicht, dass der deutsche Wirtschaftserfolg nicht allein, aber doch zu einem wichtigen Teil nur die Kehrseite der Krise der süd- und westeuropäischen Länder bildet.
Wie ist es zu diesem Ungleichgewicht gekommen?
Haben die deutschen Regierungen seit der Euro-Einführung eine bewusste „beggar-myneighbour“-Politik betrieben? Welche Rolle hat das deutsche Modell der industriellen Beziehungen dabei gespielt? Und welche Zukunftsperspektiven ergeben sich daraus für dieses Modell? Das Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur e.V. (F.A.T.K.) in Tübingen, das die Tarifpolitik seit langer Zeit wissenschaftlich begleitet hat und in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert, nimmt das Jubiläum zum Anlass, ein Symposium über diese Fragen zu veranstalten.

Vortragen werden Christoph Deutschmann, Jörg Flecker, Berndt Keller, Rudi Schmidt, Wolfgang Schroeder, Thorsten Schulten, Martin Schwarz-Kocher. An Podiumsdiskussionen werden Ingrid Artus, Reinhard Bispinck, Klaus Dörre, Jürgen Kädtler, Klaus Schönberger und andere teilnehmen.

Die Konferenz wird im Haspelturm des Tübinger Schlosses in den Räumen des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen stattfinden und in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt. Ein Teilnehmerbeitrag wird nicht erhoben, die Reise- und Übernachtungskosten sind selbst zu tragen. Die Teilnahmeplätze sind begrenzt.